Besucherlenkung im Biosphärenpark Nockberge

Wildökologische Grundlagenerhebung

Die Nockberge stellen einen einzigartigen Natur- und Landschaftsraum mit besonderen Lebensräumen und einer hohen Artenvielfalt dar. Das Gebiet des Biosphärenparks Nockberge ist sowohl im Sommer als auch im Winter sehr attraktiv und lockt viele Besucherinnen und Besucher an.

 

Im Rahmen des Besucherlenkungsprojektes werden auf freiwilliger Basis mit Grundbesitzern und Vertretern des Tourismus sensiblen Lebensräume verschiedener Tierarten erhoben und parallel dazu die genutzten Routen und Räume der Freizeitnutzungen dargestellt. Der Fokus bei den Wildarten liegt auf Rot- und Gamswild sowie auf Auer-, Birk- und Schneehuhn und dem sehr selten vorkommenden Steinhuhn.

Ziel des Projektes ist es, solide fachliche Grundlagen zu erarbeiten, welche der Lenkung der Freizeit- und Tourismusaktivitäten im Biosphärenpark Nockberge dienen.

„Gerade in der tageszeitlichen Lenkung sehe ich eine große Chance für die Schonung von sensiblen Lebensräumen und Arten“, so Klaus Bayer von den Naturfreunden Kärnten.

 

In den ersten Arbeitsschritten wurden in Abstimmung mit alpinen Vereinen und Tourismusvertretern Karten mit potentiellen Störungen und Beeinträchtigungen hinsichtlich Sommer- und Winteraktivitäten erfasst. „Bei uns in Kärnten wird der Druck auf die Natur durch Freitzeitnutzer und Tourismus immer größer, dies ist auch auf den ersten Erhebungskarten des Biosphärenparks ersichtlich“, so Joachim Gfreiner vom Österreichischen Alpenverein.

Daraufhin fanden mehrere Sitzungen mit Grundbesitzern und Jagdausübungsberechtigten der rund 110 Jagdgebiete im Biosphärenpark Nockberge statt. Im Zuge dieser konnten, Dank der zahlreichen Teilnahme und guten Mitarbeit, für die wir uns im Zuge dessen bedanken möchten, umfassende Revierkarten mit Kernlebensräumen erstellt werden.

 

Die Phase der Grundlagenerhebung konnte nun auf drei Viertel der Biosphärenparkfläche abgeschlossen werden. Die ersten Arbeitskarten konnten bereits der Steuerungsgruppe, zu welcher Vertreter der Jägerschaft und der alpinen Vereine zählen, präsentiert werden. „Vorab können wir schon sagen, dass einige Kernlebensräume stark beeinflusst sind. Vor allem im Sommer sind zwei Drittel der Fläche des Biosphärenparks durch die Freizeitnutzung beeinträchtigt.“, meint Josef Monz von der Kärntner Jägerschaft.

 

 

Durch die umfangreichen Daten können nun bestehende und potenzielle Konfliktzonen zwischen Freizeitnutzung und Wildlebensraum definiert werden. „Darauf aufbauend erfolgt die Besucherlenkung im Biosphärenpark Nockberge, gemeinsam mit allen Interessensgruppen gilt es Bewegungsräume und Wege zu fixieren, welche die Beeinflussung der sensiblen Lebensräume der gesamten Tierwelt auf ein Mindestmaß beschränken. Selbstverantwortung und konkrete Verhaltensregeln sollten dabei die Basis bilden“, so Dietmar Rossmann vom Biosphärenpark Nockberge.